Tabor Society Heidelberg

Unterstützte Kirchenschulen:

Die Kirchenschulen der orthodoxen Kirche Äthiopiens

Betlehem in Gäyent

Zuramba in Bägemder

Mädhane Alem Gondär Gubae Bet

Mahedärä Maryam

Mäkane Iyäsu in Este

Kloster Sebeta

(1) Tamari - Kirchenschüler
(2) Tamari - Kirchenschüler
(3) Unterricht
(4) Bücher in Kirhenschule
Die Schulstufen

Die orthodoxe Kirche Äthiopiens besitzt ein einzigartiges Kirchenschulsystem. Diese Kirchenschulen sind meist Klöstern angegliedert und sichern den Erhalt und die Weitergabe des gesamten Wissens dieser altorientalischen Kirche. Seit das Christentum im 4. Jh. in Äthiopien Fuß faßte, prägte es in hohem Maße die Kultur dieses Landes. Die jetzige Form der Schulen stammt etwa aus dem 16. Jh.
Das System ist komplex. Nach Frau Dr. Böll kann man es mit einem Baum vergleichen, bei dem sich in der Mitte des Stammes die Äste auseinander biegen und die Äste wiederum sind versehen mit vielen Zweigen.
Das Erklimmen des Stammes ist die erste Voraussetzung, um an die Äste zu gelangen. Die Grundausbildung, die ca. 7 Jahre dauert, erfolgt im Nebab Bet, im Haus des Lesens. Haus bedeutet in diesem Zusammenhang immer Schule.
Die Äste des Baumes beginnen nun zu sprießen. Die Schüler gehen meist neben ihrer Arbeit zur Schule, abends oder früh morgens (vier Uhr), um bis zur Spitze zu gelangen werden daher oft dreißig Jahre benötigt. Viele studieren deshalb nur einige Jahre und spezialisieren sich auf ein Fach; manche setzen jedoch in späteren Jahren ihr Studium fort.
Die Lehrer werden für ihre Tätigkeit nicht bezahlt, sondern leben entweder von den Erträgen ihrer Felder, von Schreibarbeiten oder sie werden von der Gemeinde unterstützt. Die Schüler sind bekannt unter dem Namen Tamari - „Bettelstudenten“. Sie lösen sich früh von ihren Familien, ziehen zur Schule und erbetteln sich dort täglich ihre Mahlzeiten von den Menschen in der Umgebung. Sie wohnen in selbst erbauten Tukuls, Hütten aus Stroh. Nach Abschluß einer Schulstufe erhalten sie ein Zertifikat und können zur nächsten Schule weiterziehen.


Foto ©: (2): Beermann

Literatur: Haile Gabriel Dagne, in "Language in Ethiopia", Ed. M.L.Bender, R.L.Cooper u. C.A. Ferguson, 1976, Oxford Univ. Press, London, pp 339-370

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